Freitag, 24. Februar 2017

Rezension Hüter der Erinnerung

                        Rezension Hüter der Erinnerung 



Autor: Lois Lowry
Verlag: dtv junior extra
Erscheinungjahr: 1993 
Seiten: 207
Format: Taschenbuch
Preis: 7,95€
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Klappentext

Jonas lebt in ferner Zukunft, in einer Welt ohne Not, Schmerz und Risiko. Alles ist perfekt organisiert, niemand muss sich über irgendwas Sorgen machen. Doch als Jonas seinen Beruf zugeteilt bekommt und Nachfolger des "Hüter der Erinnerung" werden soll, erfährt er von diesem, welch hohen Preis sie alle für dieses scheinbar problemlose Leben zu zahlen haben. Völlig aus der Bahn geworfen weigert Jonas sich strikt dieses gefährliche Wissen für sich zu behalten, vor allem nicht seinen kleinen Stiefbruder Gabriel will er ein solches Leben nicht zumuten. Unter lebensgefährlichen Bedingungen erstellt er einen riskanten Fluchtplan. Doch es gibt keinen Weg zurück!

Erster Satz

Der Dezember stand vor der Tür und Jonas bekam es allmählich mit der Angst zu tun.

Zitat

Kapitel 10, Seiten 92 und 93:
Er verstummte für einen Moment und holte tief Luft. „Auf mir lastet ein riesiges Gewicht“, sagte er.
Jonas verspürte plötzlich großes Mitgefühl mit dem Mann.
„Es ist, als ob…“ Wieder machte der Alte eine Pause, um die richtigen Worte zu finden. „Es ist, als führe man einen Berg hinunter, durch tiefen Schnee, auf einem Schlitten“, sagte er schließlich. „Zuerst ist es anregend: die hohe Geschwindigkeit, die beißende, kalte Luft. Doch dann wird der Schnee tiefer, lastet auf den Kufen und man wird langsamer, immer langsamer. Man muss schieben, um weiterzukommen und…“ Plötzlich schüttelte er den Kopf und sah Jonas durchdringend an. „Mein Vergleich sagt dir wohl nicht viel, nicht wahr?“, fragte er.
Jonas war verwirrt. „Ich habe nichts verstanden, Sir.“
„Natürlich hast du das nicht, du weißt gar nicht, was Schnee ist, oder?“
Jonas schüttelte den Kopf.
„Oder ein Schlitten? Kufen?“
„Nein, Sir“, sagte Jonas kleinlaut.
„Den Berg hinunter? Das sagt dir auch nichts?“
„Nichts, Sir.“
„Nun, das wäre ja schon einmal ein Anknüpfungspunkt. Ich habe mich schon gefragt, womit ich anfangen könnte. Geh hinüber zum Bett und lege dich hin, das Gesicht nach unten. Aber zieh zuerst deine Tunika aus.“
[…]
„Schließ die Augen. Entspanne dich. Keine Angst, das hier wird nicht schmerzhaft sein.“
Jonas fiel ein, dass es ihm erlaubt war, ja, dass er sogar dazu aufgefordert worden war, Fragen zu stellen. „Was werdet Ihr tun, Sir?“, fragte er und hoffte, seine Stimme würde nicht verraten, wie nervös er war.
„Ich übermittle dir eine Erinnerung an Schnee“, sagte der Alte und legte seine Hände auf Jonas’ nackten Rücken.

Meine Meinung


das Cover

Ich finde das Cover sehr schön und passend zur Handlung. Es lädt ein, sich das Buch genauer anzuschauen und bekommt seine besondere Bedeutung, nachdem man es gelesen hat.

der Schreibstil

Lowry erschuf eine glaubwürdige und aufregende Zukunftsvorstellung ohne Elemente wie Technik-Schnickschnack. Sie wird in der Sicht des Jungen Jonas kunstvoll beschrieben und fesselt bis zur letzen Seite. Es lässt sich flüssig lesen und macht viel Spaß.

    die Charaktere

Da nur zwei der Figuren sich  in der Geschichte aktiv einmischen, undzwar der Geber und  Jonas, werden diesen beide Personen Tiefe verliehen. Dies macht die Handlung an einigen Stellen sehr einseitig, da Jonas die Dinge oft nur objektiv wahrnimmt. Jonas macht eine nachvollziehbare Entwicklung durch, die einem zum Nachdenken anregt. 

             die Story     

Durch den geringen Umfang des Buches wird die Handlung nicht unterbrochen und ist leicht zu lesen. An einigen Stellen lässt es mich Nachdenken. Zum Beispiel über unsere Gesellschaft und dem Drang, der Perfektionierung. Es lassen sich erschreckender Weise auch Parallelen finden. Wie hoch ist unser Preis zur perfekten Welt? Ist Perfektion das, wonach wir streben? Was macht unser Leben lebenswert?  

Fazit


Das Buch ist in meiner Ansicht für alle Altersklassen geeignet und kann Groß und Klein in seinen träumerischen Bann ziehen. Da es auch sehr schnell lesbar ist, würde ich es jedem an Herz lesen, der sich angesprochen fühlt. 




1 Kommentar:

  1. Deine Rezensionen sind ausschlaggebend und mir gefällt es sie zu lesen, was an deinen guten Formulierungen, deiner guten Wortwahl und der Abwechslung in deinen Sätzen liegt.
    Ich hoffe in Zukunft mehr von dir zu lesen

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